von Christian Geilus und Oliver Döring

Im dritten Teil wechselt die Erzählperspektive wieder auf den Reporter Simon. Zum Ende des erstens Teils schien es ja so, als wenn er einsam im Wald umgekommen wäre. Jetzt wird er von einem Kurat (ein in der Seelsorge tätiger Geistlicher mit einer dem Pfarrer vergleichbaren Stellung und mit eigenem Seelsorgebezirk) aus dem Wasser gerettet und zusammen schlagen sie sich durch die englischen Wälder, immer auf der Flucht von den marsianischen Todesmaschinen. Beginnt der dritte Teil in den ersten Minuten noch langsam, wird danach dann gleich wieder losgelegt.

In einem scheinbar verlassenen Dorf finden sie Lebensmittel. Dann tauchen die Marsianer auf und die beiden können in einen Keller flüchten. Simon beobachtet sie merkwürdige Tätigkeiten der Invasoren. Sie fangen Überlebende und bauen weitere Maschinen zusammen. Er findet heraus, dass die Marsianer die Menschen lebendig fange, um dann von ihrem Blut zu leben. Sie senden schwarzen Rauch aus, um die restlichen Lebewesen auf der Erde zu töten. Anschließend saugen sie die schwarzen Todeswollken wieder ein, um sie später wieder verwenden zu können.

Eingeschlossen in dem Keller, das Haus ist über ihnen zusammengebrochen, beobachtet Simon die Marsianer genauestens, macht sich Notizen, um sie später irgendwie gegen die Invasoren verwenden zu können. Währenddessen besäuft sich der Kurat mit dem gefundenen Weinvorrat. Die Situation zwischen den beiden Männern spitzt sich immer mehr zu. Simon als aufgeklärter Reporter und der Kurat als verborter Glaubenskrieger. Und als die Marsianer den Keller untersuchen, kommt es zum Eklat. Das Spiel zwischen Dietmar Wunder (Simon) und dem Kuraten (Peter Flechtner) ist wunderbar, intensiv. Hatte Dietmar Wunder, für meinen Geschmack, im ersten Teil noch zu viel herumgeschrien, ist er jetzt manchmal zu ruhig und abgeklärt. Dafür zeigt Peter Flechtner die hohe Kunst des Sprechens in beeindruckender Form. Wie er es schafft nur mit seiner Stimme die wechselseitigen Gefühle des Kuraten zum Ausdruck zu bringen, das ich wirklich allererste Sahne!

Die Produktion an sich ist wieder hervorragend. Ich gehe mal davon aus, dass alle drei Teile am Stück produziert wurden, damit keine Einbrüche entstehen können. Warum dieser Teil auch wieder nur 60 Minuten hat, erschließt sich mir nicht. Man hätte durchaus auch 70 Minuten spannend geschafft. Denn spannend ist dieser dritte Teil überaus. Einzig die Szenen im Keller (bis auf das Ende) sind mit etwas Ruhe ausgestattet, ansonsten wird dem Hörer keine Ruhe gelassen, mit Aktion und spannenden Rückblicken anderer Protagonisten. Und auch wenn das Ende hinlänglich bekannt ist, Oliver Döring hat es geschafft einen Dreiteiler zu produzieren, der keine Längen hat und durchweg eine sehr spannende Erzählung aufweist. So muss Hörspiel sein!


Typ: Hörspiel
Medium: CD
Erscheinungjahr: 2018
Verlag/Label: Folgenreich
Autor: Christian Geilus und Oliver Döring
Produzent: IMAGA - Alex Stelkens & Oliver Döring
Regie: Oliver Döring
ISBN/Asin: B07DVGS99B
Lauflänge: 60 Min.