von Marc Gruppe

  • 01. Das Wasser des Lebens
  • 02. Der Bärenhäuter
  • 03. Katze und Maus in Gesellschaft

1) Das Wasser des Lebens. Hier haben wir das klassische Märchen, kranker oder alter Vater und drei rivalisierende Söhne. In dem einen wirft der Vater eine Feder für jeden und sie müssen ihr Glück finden und nach Hause bringen.

In diesem Fall ist der Vater sehr krank und der Familie wird bekannt, dass es das Wasser des Lebens gäbe, das den Vater heilen könnte. Die beiden älteren Söhne sind großspurig und überheblich. Sie machen sich per Pferd auf ohne Plan, was aber an dieser Stelle nicht so wichtig ist. Unterwegs treffen sie auf ein verwurzeltes Männchen, das sie fragt, wohin sie des Weges seien. In ihrer Überheblichkeit beleidigen das Männchen aber und dieses schickt sie in eine Schlucht, aus der sie nicht mehr herauskommen.

Der jüngste Sohn ist ein Menschenfreund. Auch er macht sich auf die Reise, nachdem die beiden Brüder nicht zurückgekommen sind. Natürlich trifft auch er auf das verwurzelte Männchen, ist aber so nett, ihm zu erzählen, warum er unterwegs sei. Das findet das Männchen natürlich toll und zeigt ihm den rechten Weg. Unterwegs trifft er dann noch auf eine Frau und kann das Wasser des Lebens mitnehmen.

Wieso das Wasser in einem offenen Becher nicht verschüttet wird, ist auch eine Geschichte, die in einem Märchen nicht geklärt wird. Auf der Rückfahrt trifft er wieder das Männchen, das sie noch ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg gibt. Und da der jüngste ein Menschenfreund ist, erbittet er die Freilassung seiner beiden Brüder. Das Männchen gibt erfüllt ihm seinen Wunsch, rät ihm aber vorsichtig zu sein.

Auf dem Rückweg zu ihrem Vater tauschen die beiden gehässigen Brüder das Wasser des Lebens gegen Meerwasser aus. Und als der Jüngste dem Vater davon zu trinken gibt, tun die beiden Brüder so, als wenn er den Vater vergiften wolle und sie hätten das richtige Wasser dabei. Der Vater, der natürlich nicht weiß was los ist, verstößt darauf den jüngsten und gibt sogar seinen Tod in Auftrag.

Doch dieser hat Glück und kann dem Tod entkommen. Und den Rest des Mädchens wird er sicher lieber selbst.

2) Katze und Maus in Gesellschaft. Eine Katze und eine Maus ziehen gemeinsam in ein Haus. Für den Winter legen sie einen Fettvorrat an, den sie in der Kirche unter dem Altar verstecken. Nun ist es aber so, dass die Katze zwischendurch immer Heißhunger bekommt und sich heimlich in die Kirche schleicht um von dem Fettvorrat zu fressen.

Dazu erfindet sie eine Ausrede, dass sie als Patentante zu ihrer Familie müsse. Jedes Mal wenn sie zurückkommt, fragt die Maus nach dem Namen des Kindes und die Katze erfindet einen. Beim Ersten nennt sie den Namen »Haut ab«. Beim Zweiten »Halb leer« und beim Dritten »Ganz aus«.

Das findet die Maus alles sehr merkwürdig, kann aber sonst nichts sagen. Dann steht der Winter vor der Tür und sie brauchen zusätzliche Vorräte. Die Maus schlägt vor den Fettvorrat in der Kirche hervorzuholen. Kann das gut gehen? Hört es euch an.

3) Der Bärenhäuter. Ein junger Mann war im Krieg ein hervorragender Soldat. Als der Krieg zu Ende ist, wird er nicht mehr benötigt und fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel. Da er nichts anderes gelernt hat, versucht er bei seinen Geschwistern unterzukommen, bis der Krieg wieder anfängt. Das erzeugt natürlich Ärger.

Er trifft auf einen merkwürdigen Mann, von dem er sofort weiß, das ist Gevatter Teufel. Dieser bietet ihm großen Reichtum für den Rest seines Lebens, wenn er sich sieben Jahre lang weder wäscht noch pflegt. Der junge Mann ist unentschlossen, aber der Teufel drängelt ihn und so gibt er nach.

Das erste Jahr geht noch so. Das nächste Jahr wird schwieriger, denn er sieht natürlich völlig verlaust und dreckig aus und niemand möchte ihn beherbergen. Da der Gehrock des Teufels, den er trägt, aber immer Gold in seine Taschen hat, kann er sich immer wieder ein Aufenthalt erkaufen.

Im vierten Jahr ist es fast schon unerträglich, da trifft er auf einen Händler, der sich ordentlich verschätzt hat und jetzt völlig pleite ist. Er sitzt weinend in seinem Zimmer und wagt sich nicht zurück nach Hause. Der junge Mann, der sich auf Befehl des Teufels Bärenhäuter nennt, ist ein rechter Menschenfreund und hilft dem Händler aus seiner Not. Dieser ist so glücklich, dass er ihn zu sich nach Hause einlädt und ihm eine seiner drei Töchter verspricht.

So ähnlich wie das Wasser des Lebens, sind zwei der Töchter hochmäßig und arrogant, während die dritte auch ein rechter Menschenfreund ist. Und als der Vater seinen Töchtern eröffnet, dass eine der drei den Bärenhäuter heiraten solle, so lehnen die beiden ältesten natürlich vehement ab. Nur die jüngste ist dazu bereit.

Natürlich hat sich der Bärenhäuter in die junge Dame verliebt. Er verspricht ihr in drei Jahren wieder dazu sein und sie dann zu ehelichen. Als Versprechen zerbricht er einen Ring. Die eine Hälfte schreibt er seinen Namen in die andere den des Mädchens. Dann macht er sich wieder auf die Reise.

Nach sieben Jahren ist es endlich soweit und der Teufel muss anerkennen, dass der junge Mann sein Wort gehalten hat. Und so ist er gezwungen auch seines zu halten und ihm Reichtum für den Rest seines Lebens zu schenken. Zudem zwingt der junge Mann den Teufel, ihn zu reinigen und wieder zu einem richtigen Menschen zu machen.

Er macht sich auf, um das Mädchen, dem er sein Herz geschenkt hatte, zu ehelichen. Die im Haus des Händlers auftretenden Schwierigkeiten, hört ihr euch dann auch selbst an.

Auch in dieser Ausgabe sind die Sprecher wunderbar ausgewählt und machen einen hervorragenden Job. Es macht einfach Spaß zuzuhören und der Geschichte zu lauschen.

Wie auch schon in Ausgabe 11, dass wir euch auch vorgestellt hatten, habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Geschichten nicht so ganz ernst genommen werden. Das das Ganze jedoch eher ein wenig, wie soll ich sagen, sarkastisch angehaucht ist. Vor allem wenn man dem Erzähler, wunderbar gesprochen von Peter Weis, zuhört, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man einer satirischen Geschichte lauscht. Es kann natürlich gut sein, dass nur ich das so höre und ihr das völlig anders aufnimmt. Von daher bin ich immer ein wenig Zwiegespalten und weiß nie, ob ich es ernst nehmen soll oder nicht.

Nichtsdestotrotz ist die Produktion wunderbar. Das Buch von Marc Gruppe ist hervorragend, die Produktion & Regie von Stephan Bosenius und Marc Gruppe sind ohne Fehl. Sie leiten die Sprecher alle wunderbar an. Das Ambiente stimmt, die Musik ist schön, es macht einfach nur Spaß. Von meiner Seite aus eine vollkommene Empfehlung.

Das einzige, was ich anzumerken hätte, dass für die einzelnen Märchen keine Inhaltsangaben vorhanden ist. Das wäre noch schön gewesen. Und die Zeitangabe ist ein wenig versteckt.

 


Typ Hörspiel
Medium CD
Erscheinungjahr2023
Verlag/LabelTitania Medien
AutorMarc Gruppe
ProduzentStephan Bosenius & Marc Gruppe
RegieStephan Bosenius & Marc Gruppe
SchnittKazuya c/o Bionic Beats
ISBN/Asin978-3862123131
Lauflänge72 Min.