von J.J. Preyer

Vor Kurzem sah ich im Fabylon Verlag die Ankündigung für ein neues Buch. Es handelte sich um Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs. Hudson, von J.J. Preyer. Wenn ich den Namen Holmes lese, genau wie Karl May, dann werde ich hellhörig. Und das Geheimnis der Mrs. Hudson klang sehr vielversprechend, weil man ja eigentlich nie viel über die Vermieterin von Sherlock Holmes erfahren hat. Und so fragte ich freundlich nach einem Rezensionsexemplar und erhielt es auch.

Etwas stimmt nicht mit Mrs. Hudson, der Hauswirtin von Sherlock Holmes und Dr. Watson. (Das ist ja schon mal gar nicht so ganz korrekt, denn Dr. Watson hat ja inzwischen seinen eigenen Hausstand gegründet.) Sie verbrennt den Frühstücksspeck, versalzt das Essen und - ja, so peinlich es ist, es zu erwähnen - sie trinkt heimlich. Holmes muss das Geheimnis um Mrs. Hudson lösen, dass mit einem Giftmord, einem pornografischen Buch und einem mysteriösen Gasthaus an der Themse zu tun hat, unterstützt von seinem treuen Freund Watson. So viel zum Klappentext.

Vielleicht bin ich ein wenig vorbelastet, da ich Sherlock Holmes Fan bin. Obwohl ich die Art und Weise, wie er Fälle löst, nicht immer mochte, waren doch die Art der Fälle und das verrückte daran, was mich immer sehr angesprochen hat. Dieses Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die man eigentlich erst versteht, wenn man das Buch angefangen hat zu lesen. Teil 1 heißt Plus-Pol, Teil 2 Minus-Pol uns Teil 3 Entladung.

Alle Charaktere kommen gut zur Geltung auch Mrs. Hudson wird ein bisschen tiefer beleuchtet, was den Leser sicher freut. Das Buch ist sehr spannend geschrieben und ich konnte es kaum zur Seite legen. Was mich ein bisschen irritiert hat, war ein Teil der Gespräche zwischen Holmes und Watson. Durch drei Punkte am Ende eines Satzes, liest es sich für mich so, als wenn sie sich gegenseitig ständig unterbrechen würden. Vielleicht ist das eine Missinterpretation meinerseits? Vielleicht bedeutet es auch nur, dass sie sich gegenseitig die Bälle zuwerfen und ein schnelles Gespräch führen? Aber für mich las es sich eben so, als wenn sie sich ständig gegenseitig unterbrechen würden. Natürlich weiß ich das Holmes immer ein wenig hochnäsig war, aber dass er seinen Freund Watson so über den Mund fahren würde, habe ich nicht in Erinnerung.

Die Haptik ist angenehm, das Papier hat einen lesefreundlichen gelblichen Ton, die Schriftgröße ist gut und das Schriftbild sehr gut lesbar. Auf den 220 Seiten wundert man sich manchmal über die Naivität des Doktors, die ich auch nicht so in Erinnerung hatte. Oft lässt er es an Konzentration fehlen und geht einfach einem momentanen Gefühl nach. So fahrlässig habe ich ihn wirklich nicht Erinnerung. Sherlock Holmes selber deduziert nicht ganz so viel wie sonst. Im Grunde ist die Geschichte rein aus der Sicht von Dr. Watson geschrieben. Aber all das macht dem Lesespaß keinen Abbruch und es macht Laune dem Abenteuer zu folgen.


Original Titel: Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs. Hudson
Medium: Taschenbuch
Buch Genre: Roman
Erscheinungjahr: 2019
Verlag/Label: Fabylon
Autor: J.J. Preyer
ISBN/Asin: 978-3-946773-11-5
Seitenzahl: 220