von Reinhard Marheinecke

Vor einiger Zeit fand ich im Marheinecke Verlag ein interessantes Buch zu B-Western. Das war für mich als Westernfan natürlich quasi Pflichtlektüre. Um bei der Gelegenheit war ich so unverfroren und fragte Herrn Marheinecke ob ich noch mal ein Rezensionsexemplar aus seiner roten Reihe haben könnte. Dieser war so freundlich und schickte es mir zu meinen gekauften Büchern dazu. Das Sachbuch las ich sofort, war begeistert und legte den Band "Im Schutz der Gaukler" zur Seite, um es später zu Rezensieren. Dann verging eine lange Zeit. Nicht gefühlt lang, sondern in echt. Denn vor ca. drei Wochen dachte ich wieder an das Buch und kramte es heraus. Ich habe die Angewohnheit in meine Bücher immer ein Datum reinzuschreiben und musste mit Erschrecken feststellen, das Buch war von 2015. Ja wie peinlich ist das denn! Also stellte ich alle aktuellen Rezensionen nach hinten, um mich dem Abenteuer von Old Shatterhand und Winnetou zu widmen.

Herr Marheinecke ist in der Lage sehr nah am Original zu schreiben, sodass man öfter vergisst, dass dieses Buch nicht von Karl May selbst geschrieben wurde. In den 210 Seiten bringt der Autor eine typische May Geschichte unter und zum Ende noch einen kleinen Krimi. Dabei fällt mir auf, dass dieses Buch gar keinen Klappentext hat. Zum Inhalt: Die Häuptlingstochter der Kumeyaay soll an einen mexikanischen Großgrundbesitzer verkauft werden, weil es dem Stamm so schlecht geht, dass sie nicht einmal die einfachste Möglichkeit hat zu überleben. Und so sieht der Häuptling keinen anderen Ausweg mehr. Dieser, Asha Urr, gefällt das natürlich überhaupt nicht, denn natürlich ist dieser Mexikaner ein Unsymphat der schlimmsten Sorte. Und so nimmt sie die Beine in die Hand und flüchtet. So weit weg wie nur irgend möglich. Der erboste Mexikaner schnappt sich den Häuptling und macht sich auf die Suche nach ihr. Als sie in ein kleines Städtchen kommen, in dem auch zufällig ein Zirkus gastiert, trifft Old Shatterhand auf diese beiden Gruppen. Natürlich schlägt er sich auf die Seite der Häuptlingstochter. Nach einigen Wirrungen und Auflösung hilft er noch einem der Zirkusleute mit dessen Problem.

Vergleicht man den Bd. 31 der roten Reihe (Aktuell gibt es 38 Ausgaben), aus dem Marheinecke Verlag, mit einer Reiseerzählung, so wäre es in einem Karl May Buch sicher nur ein kleines Kapitel gewesen. Aber trotzdem macht es als Leser Spaß diesem neuen Abenteuer von Old Shatterhand zu folgen. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und der Leser hat sofort einen Zugang zu ihnen. Dabei gibt es, wie sollte es anders sein, sympathische und eher unsympathische bis zu fiesen Typen. Genauso soll es sein. Hier macht das Lesen einfach Spaß und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen bis zum Ende des Abenteuers.

Im Vergleich zu den anderen Covern, gefällt mir das Bild hier nicht ganz so gut. Es sind alle in der Geschichte relevanten Personen abgebildet aber der Zeichenstil an sich gefällt mir nicht wirklich. Die anderen Cover erinnerten doch eher an einen Titel aus dem Karl-May-Verlag. Dafür gefällt mir natürlich diese rote Ausgabe ganz hervorragend. Die Haptik ist wunderbar, das Papier hat eine hohe Qualität, das Schriftbild ist vielleicht ein wenig zu groß. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist trotzdem einwandfrei, da es sich hier um einen sehr kleinen Verlag handelt. Von meiner Seite aus gibt es wieder eine 1A Empfehlung.


Medium: Taschenbuch
Buch Genre: Roman
Erscheinungjahr: 2014
Verlag/Label: Marheinecke
Autor: Reinhard Marheinecke
ISBN/Asin: 978-3-932053-78-8
Seitenzahl: 210