von Graham McNeill

Auf dem Planeten Pavonis läuft nicht alles so, wie sich die Statthalterin Mykola Shonai das eigentlich für ihre Amtszeit vorgestellt hatte. Die einzelnen Manufakturen sind untereinander zerstritten und versuchen jeder für sich an die Macht zu kommen. Vor allem Kasimir de Valtos ist ihr ärgster Gegner. Er ist einer der wenigen, der sich aus der Gefangenschaft der Eldar befreien konnte. Einem Volk, das sich zur Aufgabe gemacht hat die Menschheit auf grausamste Weise auszulöschen. De Valtos hat es durch Intrigen und Bestechung geschafft, die Machtverhältnisse auf Pavonis zu kippen. Die Bevölkerung ist aufgewiegelt und auch die Lieferungen an die Administration, die dem Imperator zustehen, kommen nicht durch, da sie von Piraten und Eldarschiffen aufgerieben werden. Der Kommandant der Außerirdischen, Archon Kesharq, ist ebenso durchtrieben wie grausam. Unter anderem plündert er auf dem Planeten Caernus IV ein merkwürdiges, fremdes Metall und löscht dabei ein ganzes Dorf aus.

Der imperialen Verwaltung ist das natürlich ein Dorn im Auge. Und so schickt die Administration den Adepten Ario Barzano nach Pavonis, einem Spezialisten für solche Fälle. Begleitet wird er und sein Stab von den Space Marines. Der neue Befehlshaber der Vierten Kompanie, Uriel Ventries, weiß noch nicht was alles auf ihn zukommen wird. Aber im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen sie auf ein Netz von Intrigen und Geheimnissen, die weit mehr darstellen, als nur eine zerstrittene Welt, die von den gefährlichen Eldar bedroht wird. Nein, die ganze Menschheit ist in Gefahr und nur ein Mann kann diesem Szenario Einhalt gebieten. Und dieser ist der frisch gebackene Kommandant der Vierten, Hauptmann Ventries.

Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich Warhammer 40.000 nur als Tischrollenspiel, mit vielen merkwürdigen Spielfiguren, die unglaublich schwer bewaffnet waren. Das es davon auch Romane gibt, war mit unbekannt. Da ich etwas Entspannung von anderen Rezensionen brauchte, stöberte ich in meiner Lieblinsgbuchhandlung herum und stieß auf diesen Titel. Für die reine Entspannung und einfach mal wieder nur so lesen, schien es mir ganz OK zu sein.

Was sofort auffällt, ist der religiöse Touch, der das Buch durchzieht. Die Administration und ihre Space Marines scheinen alle direkt aus der mittelalterliche Kirche zu stammen. Die ganze Begrifflichkeit ist dem Klerus entnommen, selbst Raumschiffe wirken wie große Kathedralen. Sie haben Haupt- und Nebenschiffe und ihre Kommandobrücke ist wie die Sprecherkanzel einer katholische Kirche angeordnet. Ach ja, das hier verwendete Raumschiff heißt Vae Victus und ist zwar alt, mehrere hundert Jahre, dafür aber gewaltig und fast unschlagbar. Merkwürdigerweise wird das Schiff der Eldar nicht in dieser Gewaltigkeit beschrieben, setzt dem Schiff des Imperators aber mächtig zu. Auch der Adept, der sich erst wie ein normaler Bürokrat ausgibt, stellt sich später als ein Gesandter vom Heiligen Orden der Inquisition des Imperators heraus.

Ich habe ja schon öfter brutale Bücher gelesen. Aber was in diesem Werk an Gemetzel stattfindet, ist mir dann doch viel zu viel. Als jemand, der sich mit der "Geschichte" von Warhammer 40.000 nicht auskennt, wird man das Gefühl nicht los, die Geschichte des Imperiums besteht nur aus Krieg und Gemetzel und Freude am Abmurksen. Jedenfalls fallen die Space Marines regelmäßig in die heilige Raserei und schlachten ganze Heerscharen an Soldaten oder Außerirdische ab. Die Handlung an sich ist arg flach und wartet nicht gerade mit Überraschungen auf, die Protagonisten sterben entweder oder sind einfach nur flach und eindimensional. Zu keinem Zeitpunkt kam bei mir wirkliche Freude am Lesen auf und es ist verdammt lange her, daß ich es bereut habe Geld für ein Buch ausgegeben zu haben. Dies ist so ein trauriger Fall.


Original Titel:Nightbringer
Medium:Taschenbuch
Genre:Roman
Veröffentlicht.:2005
Verlag/Label:Heyne
Autor:Graham McNeill
ISBN/Asin:978-3453520226
Seitenzahl:384