von Julia Ecklar

Mit dieser, ohne jede Aufforderung geschriebenen Rezension, begann meine Leidenschaft für Rezensionen. Ich fand das Buch so gut, das ich sie spontan schrieb und an den Star-Trek Fan-Club Star Trek Forum schickte.

Eine Vorbemerkung:
Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich werde einfach das Gefühl nicht los, daß in den Star Trek Büchern (zumindest bei Heyne) ständig das Universum gerettet werden muß. Das geht mir persönlich ganz schön auf die Nerven. Irgendwie kann ich mich nicht erinnern das Kirk & Co. in der Fernsehserie nur damit beschäftigt gewesen sind.

Die Handlung:
Captain Kirk, McCoy, Scott, Sulu und Chekov sitzen in einem schwer beschädigten Shuttle fest. Sie wollten nach Hohweyn VII, um der Langeweile an Bord zu entgehen und das Wissenschaftsteam auf dem Planeten zu unterstützen, welches die gravitationellen Wechselwirkungen in diesem System untersucht. Das HohweynnSystem besteht aus 47 Planeten: lokale Trabanten, eingefangene Himmelskörper und Irrläufer. Sie alle umkreisen eine Tri-Sonne, und ihre Umlaufbahnen stellen ein unüberschaubares Chaos aus astrophysikalischen Anomalien dar. Auf ihrem Flug durch diesen Raumschrott, kollidieren sie mit einer Gravitationsmiene. Antrieb und Kommunikation fallen aus und das Schuttle treibt manövrierunfähig durch den Raum. Allmählich wird die Energie für die Lebenserhaltungssysteme knapp und der
Besatzung droht der Tod. Auch die Enterprise kann das kleine Schiff zwischen all den Raumtrümmern nicht orten. In dieser aussichtslos scheinenden Situation erinnern sich die Männer, wie sie angesichts der bevorstehenden Katastrophe beim legendären Kobayashi Maru Test reagierten.

Meine Meinung:
Ich hatte mich durch einige der Vorgänger gekämpft, als mich obige Gedanken beschlichen. "Muß es denn immer das Universum sein? Wo sind all die Geschichten ála Epigonen oder Amok Time?" Dann stand Kobayashi Maru im Regal meiner Buchhandlung. Allein dem Titel haftete bereits etwas magisch geheimnisvolles, verführerisches an. So war es keine Frage ihn mir zuzulegen, zumal auch die Inhaltsangabe mein Interesse geweckt hatte.
Und dann tauchte ich in die Geschichte ein. War vom ersten Moment an gefangen in der kleinen Welt des verlorenen Shuttles. Hatte teil am Überlebenskampf dieser fünf Menschen. Endlich, da waren sie wieder, die lange vermißt geglaubten Charaktere. Hier stand nicht irgendeine Handlung im Vordergrund, nein, hier wurde wieder eine Facette der Personen aufgezeigt, die Star Trek für mich so faszinierend macht. Kein böser Tyrann, hinterlistiger Intrigant der versucht die Förderation an den Abgrund zu
treiben, oder dergleichen Horrorszenarien. Nein, eine handvoll Menschen sieht den Tod vor Augen, und in dieser psysich angespannten Situation öffnen sie sich den anderen Mitleidenden. Geben einen tiefen Blick auf ihr Innerstes preis, lassen den Lesenden an ihrer Persönlichkeit, ihrem Wesen teilhaben.
Einfach phantastisch! Wohlgemerkt mein eigenes absolut subjektives Gefühl. Aber wer sich für den Menschen, für das Wesen hinter dem Namen eine James Kirk, Scott oder Chekov interessiert, der ist hier genau richtig. Keine explodierenden Raumschiffe, unbarmherzige Gegner, sondern wunderbar gezeichnete Persönlichkeitsstudien, die uns unsere Helden (zumindest ein paar davon) wieder eine Spur näher bringen und vertrauter machen.
Mir stellt sich da eigentlich nur noch die Frage, warum es immer die Frauen sind, die uns solche schönen Romane bescheren?


Medium:Taschenbuch
Genre:Roman
Veröffentlicht.:1994
Verlag/Label:Heyne
Autor:Julia Ecklar
ISBN/Asin:978-3453072695
Seitenzahl:253