Rettungskreuer Ikaris - Die Feuertaufe

von Dirk van den Boon und Sylke Brandt

Wichtige Anmerkung
Rettungskreuzer Ikarus, Sammelband 1 "Die Feuertaufe", Atlantis Verlag
Die Bände 1-3 (Die Feuertaufe, Das weiße Raumschiff, Der Gott der Danari) wurden in diesem zusamengefaßt und sind deswegen nicht mehr einzeln erhältlich. Deswegen hab ich die Rezension aller drei Bände hier zusammengefaßt.

Dirk van den Boom ist für die Serie als Exposéredakteur und Autor tätig. Neben allgemeinen koordinierenden Tätigkeiten erledigt er seit Neuestem auch den Satz der Bücher. Seine schriftstellerischen Sporen hat er sich in der Heftromanserie "Ren Dhark" verdient, in dessen Autorenteam er mitwirkt und auch als Redakteur arbeitet. Im "normalen" Beruf ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes tätig. Zusammen mit Thorsten Pankau hat er den Hintergrund der Serie entwickelt und die Publikation initiiert. Dirk lebt in Saarbrücken, ist verheiratet und hat einen Sohn.

Ein Kommandant der Raummarine wird abgeurteilt und unehrenhaft entlassen. Eine Ingenieurin verliert durch Schlamperei ihren Job, ein Raumschiff und das Leben ihres Kommandanten. Ein Wissenschaftler verliert sein Forschungsprojekt und wird lobotomisiert, als seine unerlaubten Genexperimente auffliegen. Und ein Androidenhersteller verliert seine Firma, weil er zu gute Qualität und zu geringe Preise verlangt hatte.

Aus diesen gescheiterten Existenzen rekrutiert das Freie Raumcorps die Mannschaft des neuen Rettungskreuzers Ikarus, inkl. eines Androidenprototypen. Jeder beladen mit seiner persönlichen Hölle, zu der noch ein baumartiger Außerirdischer als Xenopsychologe kommt und die ungemein gefährlichen Intrigen zwischen ihrer Chefin und einem anderen Corpschef.

Die Feuertaufe (Dirk van den Boom) ... führt sie zu einem havarierten Raumschiff, dessen Ladung wohl außer Kontrolle geraten ist. Leider handelt es sich dabei nicht um eine normale Schiffsladung, sondern um gentechnisch gezüchtete Kampfbullen. Dabei ist auch dieser Begriff völlig von der Realität entfernt, den diese Kampfbullen sind eine bunte, tödliche Mischung von allem, was auf bestialische Weise töten kann. Vorsichtig bahnen sie sich einen Weg durch das tote Schiff. In der Kommandozentrale werden sie von einem dieser Monster angegriffen und nur mit Mühe gelingt ihnen der Sieg.

Die Besatzung dieser Schiffe besteht immer aus der normalen Mannschaft und ihrer Königin. Diese gilt es nun zu finden, da sie vielleicht die einzige Überlebende des Havaristen ist. Das Rettungskommando kann sie auch schwerverletzt finden und macht sich auf den Rückflug. Leider nicht wissend, das der Widersacher ihrer Chefin, den Havaristen nur als Untergangsszenario geplant hat.

Frisch geschrieben, sehr unterhaltsam und flott inszeniert. Normalerweise gestaltet es sich recht schwierig in einer Romanserie (von der man zu Beginn ja auch nicht weiß wie lange sie leben wird) die einzelnen Charaktere zu entwickeln und für den Leser authentisch wirken zu lassen. Aber dem Autor Dirk van den Boom gelingt es ausgezeichnet ihren Anfang darzustellen und dem Leser das Gefühl mit auf den Weg zu geben, daß sich da jede Menge Spannung und interessante Begebenheiten unter den einzelnen Mitgliedern der Besatzung entwickeln werden.

Über den Preis und die Aufmachung läßt sich trefflich streiten. Wer aber eine wirklich gute und spannende Unterhaltung sucht, wem zudem die Charakterzeichnung der handelnden Personen wichtig ist, der liegt mit Rettungskreuzer Ikarus genau richtig.

Das weiße Raumschiff (Dirk van den Boom) ... führt sie zu einem Asteroidengürtel. Von dort kam das Vermißtensignal eines Prospektors. Was sie aber finden, ist etwas ganz Außergewöhnliches, nämlich ein außerirdisches Raumschiff. Und dieses Schiff übertrifft alles bisher bekannte, denn es scheint selber eine Lebewesen zu sein. So macht sich die Besatzung also für einen Erstkontakt fertig, nicht wissend was sie erwarten wird. Außerdem ist da auch noch der Widersacher ihrer Chefin, der weiter versucht diese und die Ikarus, samt Besatzung, aus dem Leben zu räumen.

Auch Band 2 ist wieder recht flott geschrieben und es kommt keine Langeweile auf. Die Charaktere werden weiter ausgeleuchtet und der Leser erhält einige kurze Einblicke in die Psyche der einzelnen Mitglieder. Nur der dicke Gegenspieler ihrer Chefin, und diese, bleiben seltsam unbelebt. Die Idee eines lebenden Schiffes ist uns auch nicht unbekannt, bekommt aber in diesem Band eine neue Rolle, nämlich der einer Überbmittlung einer Botschaft, die aber noch nicht recht begreifbar für die Beteiligten ist.

Der Gott der Danari (Sylke Brandt) ... führt sie nach Danari, einer Welt, von der sie ein Rettungsruf erreicht hat. Der Sohn eines sehr einflußreichen Wirtschaftsmagnaten ist vor einiger Zeit verschwunden und dieser Hilferuf scheint den Weg zu ihm zu zeigen. Dummerweise regiert auf diesem Planeten eine Priesterkaste, die den Havaristen unter ihre geistige Kontrolle gebracht haben, um dem einfachen Volk vorzugauckeln ihr Gott wäre zu ihenn herabgestiegen, und dadurch natürlich ihre Herrschaft weiter aufrecht zu erhalten. Naturgemäß möchten sie diese Strohpuppe jetzt auch nicht mehr hergeben. Erschwerend für die Rettungsmission kommt hinzu, daß diese Priesterkaste geistige Kräfte besitzt, die auch die Mannschaft leicht bezwingen kann. Und dann sind da noch die Wiederständler, die sich einfach nicht mit der Bevormundung durch die Priester abfinden möchten.

Puh, eine Menge Problematik, die da auf den 86 Seiten untergebracht sind. Aber wie sind sie untergebracht? In einer spannenden und abwechslungsreichen Handlung, die jede Minute neue Windungen erzeugt, niemals langweilig ist und (natürlich) ein befriedigendes Ende schafft. Ich muß zugeben, auf den ersten Seiten hatte ich noch das Gefühl: "Au weia, Priestergedöns"! Aber dann plötzlich, wandelte sich das und es wurde der beste der ersten drei Bände. Die Charaktere werden weiter aufgeblättert, eine komplizierte aber nie unübersichtliche Geschichte wird erzählt und man kommt außer Atem zum Schluß aus dem ganze Schlamassel heraus. Kurz gesagt, gelungen.

Sylke Brandt: Sylke Brandt hat mit Ikarus # 3 ihren Einstand als Autorin in die Serie gegeben. Bisweilen steuert sie auch Innenillustrationen zu den Büchern bei. Sie lebt auf einem schönen Bauernhof in der Nähe von Lüneburg, arbeitet freiberuflich als Grafikerin und fest angestellt als Online-Produzentin in Hamburg. Ansonsten kümmert sie sich um drei Katzen, 3-17 Computer und einen Lebensgefährten. Außerdem betreibt sie eine recht interessante Homepage Sykle Brandt Homepage, die von phantastischem aller Art nur so wimmelt. Und, was mich besonders freut, auch einige schöne Texte von und über Rollenspiele.

 


Medium:Taschenbuch
Genre:Roman
Veröffentlicht.:2002
Verlag/Label:Atlantis
Autor:Dirk van den Boon und Sylke Brandt
ISBN/Asin:978-3936742015
Seitenzahl:192