von Ilona Andrews
rezensiert von Oda Plein

„Die dunkle Flut“ heißt der zweite Roman aus der Reihe „Finstere Stadt“, erschienen im August 2009 im Egmont Lyx Verlag und der Titel ist gut gewählt.

Ein Flair, zu vergleichen mit einem magischem Tsunami, bedroht Atlanta und wieder ist die Söldnerin Kate Daniels gefordert einige Probleme zu lösen. Dass sie selber ein magisches Schwert und einige Worte der Macht besitzt, ist dabei nicht immer hilfreich.

Auch in Teil 2 bleiben sich die Autoren treu und lassen Kate von einem Problem ins nächste springen, ohne sie als Überheldin darzustellen. Dies geschieht mit der, aus dem ersten Teil bekannten Zielsicherheit der Heldin, wirklich in jedes Fettnäpfchen zu treten das sie finden kann. Dabei ist es Ilona und Andrew Gordon gelungen, den Leser/innen immer einen winzigen Vorsprung vor der Heldin einzuräumen, ohne dass die Geschichte vorausschaubar ist. Immer ein Sekunde nach den Leser/innen bemerkt auch Kate ihre Fehltritte und ihre Kommentare zu sich selbst sind einfach göttlich.

In „Die dunkle Flut“ kommt man den Charakteren ein großes Stück näher. Geschickt aufgebaute Beschreibungen lassen Kate, aber auch andere Figuren wie Curran, Gastek, den Werwolf Derek und viele andere, noch deutlicher werden und jeder zeigt irgend etwas, was man vorher noch nicht wusste und was die Charaktere und ihre Reaktionen noch plastischer werden lässt
Die Charaktere und die Geschichte entwickeln sich weiter und beides wird zusätzlich durch neue Aspekte und Figuren bereichert.
So sieht sich Kate plötzlich in der Situation ihres verstorbenen Vormunds wieder, ohne es selbst zu bemerken. Die Umstände bringen sie dazu die Verantwortung für Julie zu übernehmen, ein kleines Bettlermädchen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Eine Aufgabe, die der Söldnerin nicht gerade leicht fällt, vor allem weil sie zusätzlich noch mit ihren Hormonen im Streit liegt und dabei auf der einen Seite von Curran und auch von dem seltsamen Bran aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Aber „Die dunkle Flut“ wird nicht zum Kitschroman“, Sex und Romantik behalten ihren Anteil, ohne aufdringlich zu werden.

Den Ausgleich bringen neue Gegner wie „Kampfschnepfen“, irische Gottheiten, Hexen und Druiden. Die Herausforderungen für Kate und ihre Kampfgenossen wächst, ohne unüberwindlich zu werden. Die Autoren beweisen in den Beschreibungen der irischen Legenden deutlich ihr Wissen oder sehr gute Recherche und sparen sich eine Anpassung derselbigen an, zur Zeit herrschende, Modewellen der Literatur.

Teil 2 steigt was Brutalität und Erotik angeht deutlich an, ohne geschmacklos zu werden.
Die Gesichte ist lebendig und mit einigen sehr gut platzierten Wendungen versehen. Der Plot hat nach wie vor einen deutlichen roten Faden, vernachlässigt aber die Nebenstränge nicht.
Wie schon im ersten Buch endet die Geschichte sauber lässt aber einen gewissen Suchtfaktor zurück, denn nun ist das Gefühl geweckt in jedem Fall erfahren zu müssen, wie es weitergeht und welchen Herausforderungen Kate noch begegnet. Es ist auf jeden Fall zu vermuten, dass auch der nächste Teil einige Überraschungen bereit halten wird.

Ob die Autoren es schaffen, diese Geschichte in diesem ausgeglichenen Maß weiter zu schreiben kann man im Januar 2010 erfahren, dann erscheint der dritte Teil „Duell der Schatten“.

Fazit:
Vorsicht macht süchtig!


Original Titel:Magic Burns
Medium:Taschenbuch
Genre:Roman
Veröffentlicht.:2009
Verlag/Label:Egmont LYX
Autor:Ilona Andrews
Übersetzter:Jochen Schwarzer
ISBN/Asin:9-7838-0258-2134
Seitenzahl:310